Im Rahmen des Bund-Länderprogrammes
"Kulturelle
Bildung im Medienzeitalter"
wird das Modellprojekt "MUSE
COMPUTER - MUltiSEnsueller Kunstunterricht unter Einbeziehung der COMPUTERtechnologie"
anteilig vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem
Hessischen Kultusministerium gefördert. Der Projektleiter Hans-Jürgen
Boysen-Stern, Hessisches Landesinstitut für Pädagogik, Frankfurt
a. M., beabsichtigt mit Kolleginnen und Kollegen in sechs beteiligten
südhessischen Schulen adäquate Räume zu schaffen, in
denen die digitalen Medien in Bezug auf Kunstunterricht positioniert
werden können. Wie solche Räume und hierin stattfindender
Kunstunterricht ganz praktisch aussehen können, wird in diesem
dreijährigen Modellversuch (2000-2003) erkundet. Im Projekt wird
etwa das Setting eines 'kunstpraktischen Werkraums im digitalen Zeitalter'
erprobt, in dem Computerarbeitsplätze Arbeitsplätzen für
materialbezogenes bildnerisches Arbeiten zugeordnet sind. Den Schnittstellen
zwischen Realität und Virtualität kommt innerhalb des Modellprojekts
eine große Bedeutung zu. Eine Vielfalt bildnerisch-gestaltender
Zugangsweisen soll genutzt werden.
Die wissenschaftliche Begleitung
und Evaluation des Modellprojekts wurde vom Hessischen Kultusministerium
PD Dr. Georg Peez und Michael Schacht M.A. (Institut für Kunstpädagogik
der J. W. Goethe-Universität, Frankfurt a. M.) übertragen.
Mithilfe qualitativ-empirischer Forschungsverfahren soll die Kernfrage
beantwortet werden: "Wie lassen sich der Computer und seine Peripheriegeräte
innerhalb schulischen Kunstunterrichts in eher multisensuell ausgelegte
bildnerische Gestaltungsprozesse 'zwischen Realität und Digitalität'
(Projektantrag) integrieren? Im Blickpunkt stehen komplexe Veränderungsprozesse
innerhalb bestimmter Zeiträume." Diese Themen "Multisensualität"
und "Prozesshaftigkeit" werden in vier projektspezifischen Forschungsfeldern
untersucht; und zwar in den Bereichen "Kreativitätsförderung",
"Werkstattorientierung", "Genderspezifika" und "Schnittstellen".
Als Erhebungsmethoden werden vor
allem in regelmäßigen Intervallen stattfindende Teilnehmende
Beobachtungen eingesetzt sowie so genannte "Experten-Interviews" mit
beteiligten Lehrenden. Zudem kommen Fotodokumente, bildnerische Arbeiten
von Heranwachsenden sowie narrativ-biografische Interviews zum Einsatz.
Die Auswertung erfolgt vor allem nach phänomenologisch orientierten
Interpretationsverfahren sowie sequenzanalytisch. Interessierte können
sich über den Forschungsplan sowie über das bereits erhobene
Forschungsmaterial und die Analysen auf der Web-Site
zur Begleitforschung informieren.
Laufzeit: 2000-2003
Michael
Schacht M. A. &
PD
Dr. Georg Peez, Johann
Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Institut für
Kunstpädagogik, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt a. M.
E-Mail: Michael
Schacht & Georg
Peez
Bibliografische Angaben zu diesem Text:
Michael Schacht
/ Peez, Georg: Computereinsatz im Kunstunterricht - Qualitativ-empirische
Begleitforschung. In: Erziehungswissenschaft (DGfE), Heft 23, 2001,
S. 94-95
Michael Schacht &
Georg Peez (http://www.muse-forschung.de)
Zuletzt geändert am 12.03.2002